Gunilla Jähnichen setzt sich in Ihren Werken mit dem Unsagbaren auseinander. Sie beschäftigt sie sich mit einem Phänomen, das wir alle kennen: Auch wenn wir meinen, alles perfekt unter Kontrolle zu halten, gibt es doch etwas, das uns verunsichert. Dies kann aus dem Unbewussten kommen oder aus dem sozialen Miteinander – in jedem Fall verändert es unseren Alltag. Bekannt für ihre

herausragende Fähigkeit, mit malerischen Mitteln Stimmungen

und Gefühle zu beschreiben, führt Jähnichen uns mit diesen Werken in ein Nachdenken über die eigene Existenz und zugleich in die reine Malerei. Die Künstlerin verzichtet bewusst darauf, die Erwartungen zu erfüllen und zieht es vor, im Unbestimmten zu bleiben. Immer wieder tauchen seltsame Objekte auf oder

Zusammenhänge, die nicht plausibel scheinen. Auf diese

Weise lässt sie den Betrachtern viel Raum für eigene

Assoziationen. Die Künstlerin durchkreuzt die Erwartungen

des Publikums. Sie erlaubt sich unausgeformte oder abstrakte Bildelemente und gibt sich blauäugig, um das Unheil zu beschwören, das hinter der Bildoberfläche liegen kann. Gunilla Jähnichen zeigt, dass sie nicht daran interessiert ist, figurative Bildwelten auszubreiten, es geht Ihr vielmehr darum, mit malerischen Mitteln Freiräume zu schaffen, in denen das Andere

– was auch immer es sei – eintreten kann.

(Text: Susanne Burmester)


In der Ausstellung „2-gather“ präsentiert sich Gunilla Jähnichen im künstlerischen Dialog mit Zandra Harms

raumansicht

Fotos Bildergalerie: W.Claus


Über Gunilla Jähnichen

*1972 in Stade, lebt und arbeitet in Berlin.
1993–1995 Studium der Bildenden Kunst zunächst an der an der Fachhochschule Hannover, 1995 dann als Erasmusstipendiatin in Reykjavik, Island und schließlich von 1995-2001 an der HfBK Hamburg bei Stanley Brouwn und Werner Büttner.
Seit 2019 hat sie einen Lehrauftrag an der Universität Erfurt.
Ab 2001 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. in der Kunsthalle Gießen, der Openart Biennale Örebro/Schweden, dem CIRCUS EINS in Putbus, der Kunsthalle Recklinghausen, der Galerie Hübner und Hübner, der Bugno Art Gallery, Venedig und der galleri 21 in Malmö.
2019 war sie für Schweden auf der internationalen Art Biennale in Beijing, China.
Ihre Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen, u.a. der Julia Stoschek Collection und der Sammlung SØR Rusche.


Weitere Infos unter: www.gunillajaehnichen.de


Gunilla jähnichen iM Dialog mit zandra Harms

"Als Ateliernachbarinnen in Köln haben wir uns 2002 kennengelernt. Es entstand ein täglicher Austausch über Kunst im Allgemeinen und über die entstehenden Arbeiten. Nach 10 Jahren und einem gemeinsamen Standortwechsel des Ateliers hat es Gunilla nach Berlin verschlagen. Der intensive Austausch über die Kunst ist geblieben, über das Telefon und Mails. Nachdem wir 2015 beide auf der OpenArt Biennale in Örebro unabhängig voneinander gezeigt wurden und bemerkten, dass wir verwandte Themen behandelten, kam uns die Idee ein gemeinsames Konzept trotz der örtlichen Distanz zu entwickeln" (Zitat Zandra Harms)